Teile die Wolken und siehe den Weg! Gichin Funakoshi Begründer des Shotokan Karate

Dojo Kun
Hitotsu, jinkaku kansei ni tsutomuru koto!
(Bemühe Dich um die Vollendung Deiner Persönlichkeit!)
Hitotsu, makoto no michi o mamuru koto!
(Bleibe Aufrichtig!)
Hitotsu, doryoku no seishin o yashinau koto!
(Übe Dich in Deinen Bemühungen!)
Hitotsu, reigi o omonzuru koto!
(Bewahre Respekt!)
Hitotsu, kekki no yu´o imashimura koto!
(Unterlasse ungestüme Mutbeweise!)
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GRUNDSTELLUNGEN ( Tachikata ) im SHOTOKAN KARATE
In jeder Kampfkunst gibt es eine Vielzahl von Grundstellungen,
mit denen sich der Schüler nach und nach vertraut macht, sie aber
anfangs als eher unpraktisch, anstrengend oder sogar lästig empfindet.
Dabei erfüllen diese Grundstellungen einen wichtigen Zweck, nämlich
den Ausführenden im Endpunkt seiner Bewegung zu stabilisieren und
ihm damit eine effektive Technik zu ermöglichen.
Auch im Karate - Do gibt es eine Vielzahl von Grundstellungen,
die sich erst einmal grob in drei Gruppen bezüglich ihres Schwerpunktes
einteilen lassen. Als erstes sind das die Stellungen, bei denen der Schwerpunkt
des Körpers in der Mitte liegt. Der bekannteste Vertreter ist wohl
der Kiba - Dachi. Bei den anderen beiden Arten liegt der Schwerpunkt entweder
vorne oder entsprechend hinten. Hier sind die bekanntesten Stände
der Zenkutsu - Dachi und der Kokutsu - Dachi.
Befaßt man sich genauer mit der Ausführung
der jeweiligen Stände, so läßt sich ein gravierendes Problem
feststellen. Wird ein Stand sehr tief ausgeführt, so stellt er eine
stabile und kraftvolle Endstellung dar. Allerdings läßt sich
nun eine Folgebewegung in einen anderen Stand nicht mehr schnell genug
ausführen. Der tiefe Stand, der dem Karateka also Stabilität
geben soll, nimmt ihm gleichzeitig seine Beweglichkeit. Für einen
hohen Stand gilt der umgekehrte Fall. Der Karateka wird nicht durch den
Stand geblockt und ist somit schnell beweglich, muß aber dafür
einen Teil seiner Stabilität einbüßen.
Hier einen geeigneten Mittelweg zu finden, der auch noch
der jeweiligen Situation angepasst ist, ist eine Aufgabe, die den Karateka
sein ganzes Leben lang begleitet. Denn mit steigendem Alter verändern
sich auch seine Stände. Sie passen sich nicht nur den jeweiligen körperlichen
Beschränkungen an, sondern werden auch durch die wachsende Erfahrung
des Karateka, der immer mehr seine individuellen Kampfhaltungen findet,
geformt. Die Grundstellungen, die anfangs aufs genaueste festgelegt waren,
haben sich nun zu einer individuellen Form gewandelt. Sie sind nun nicht
mehr die unpraktischen und belastenden Stellungen, sondern sind für
den Karateka natürliche Haltungen geworden, die ihm in jeder Situation
optimale Beweglichkeit und Stabilität liefern. Die Frage nach dem
Sinn der verschiedenen Grundstellungen wird nun leichter verständlich.
Auch das langwierige Verharren in einer tiefen Stellung
während des Kihon, das schnelle Drehen um die eigene Achse bzw. das
einbeinige Stehen in einer Kata sind wichtige Übungen im Training,
die alle ihre Daseinsberechtigung haben. Sie sollen Kraft, Schnelligkeit
und Gleichgewichtssinn schulen und dem Karateka die Möglichkeit geben
seinen Körper kennen und beherrschen zu lernen, damit er in jeder
Situation optimal reagieren kann. Eines darf nicht vergessen werden, nämlich
das Grundstellungen in der Regel immer Endstellungen sind. Sie werden vom
Karateka in einer Verteidigungssituation nur sehr kurz eingenommen und
dann sofort wieder verlassen, damit er nicht zu einem unbeweglichen Ziel
wird und sich damit selbst gefährdet.
 Heisoku - Dachi
geschlossene Fußstellung Füße parallel zusammen, Knie leicht gebeugt
z.B. in Kata: Bassai - Dai |
 Musubi - Dachi
verbundene Stellung Fersen zusammen, Füße leicht nach außen,
wird beim Ritsu - Rei angewendet |
 Heiko - Dachi
Parallelstellung Füße schulterbreit und parallel nach vorne
z.B. in Kata: Bassai - Dai |
 Hachiji - Dachi/Shizentai Stellung wie Schriftzeichen Hachi Füße schulterbreit auseinander und
leicht nach außen |
 Zenkutsu - Dachi
Vorwärtsstellung Füße schulterbreit auseinander, Gewicht auf dem vorderem Bein
z.B. in Kata: Heian - Shodan |
 Kokutsu - Dachi
Rückwärtsstellung Fersen auf einer Linie, Gewicht auf dem hinterem Bein
z.B. in Kata: Heian - Shodan |
 Kiba - Dachi
Reiterstellung Füße parallel nach vorne und doppelt schulterbreit
auseinander, Gewicht gleich verteilt z.B. in Kata: Heian - Sandan |
 Shiko - Dachi
Hocken-, Breitstellung wie Kiba - Dachi, nur Füße leicht nach außen gedreht |
 Sochin - Dachi
Stark - Ruhe - Stellung wie Zenkutsu - Dachi, nur hinteres Bein gebeugt, Gewicht auf beiden Beinen gleich
z.B. in Kata: Sochin |
 Renoji - Dachi
Stellung wie Schriftzeichen RE wie Kokutsu - Dachi, nur Fersen eine Fußbreite auseinander
z.B. in Kata: Heian - Shodan |
 Hangetsu - Dachi
Halbmondstellung Füße schulterbreit, beide Knie sind nach innen gebeugt
z.B. in Kata: Hangetsu |
 Sanchin - Dachi
Drei - Kriege - Stellung wie Hangetsu, nur das die vordere Ferse auf einer Linie mit den hinteren Zehen liegt |

Kosa - Dachi/Kake - Dachi Überkreuzstellung Beine gekreuzt, größter Teil des Gewichts auf dem vorderem Bein z.B. in Kata: Heian - Yondan Info: altchinesische Kampfstellung aus dem Kung - Fu, genannt Taobo: "gestohlener Fuß" - ein Fuß bleibt vor den Augen des Gegners versteckt. |
 Nekoashi - Dachi
Katzenfußstellung
vorderer Fußballen auf dem Boden,
Gewicht auf dem hinteren Bein
z.B. in Kata: Unsu |
 Tsuru - Ashi - Dachi/Sagiashi - Dachi Kranichfußstellung einer der Füße wird in Höhe des Kniegelenkes eingeklemmt oder gehalten z.B. in Kata: Gankaku |
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